Das Projekt Piratenpartei ist gekentert

Januar 25, 10 von chris-b

An Vorstand Rheinland-Pfalz, z.K. an Bundesvorstand

Liebe Piratenpartei,

das mit uns beiden begann als abenteuerliches Projekt.

Ich war aktiver Gewerkschafter, Pazifist, antiautoritär, stellte Menschen und Individualismus über alles und würde mich daher als sehr links bezeichnen.

Du warst dieses Phänomen, von dem ich schon Jahre vorher im Internet las und die Entwicklung, die Du genommen hast, mit Spannung verfolgte. Du standest für Bürger_innen-Rechte, freies Wissen und viele andere Dinge, die fest in meinem Grundwesen als Mensch verankert sind.

Irgendwann hast Du dich entschieden auch mal in Deutschland vorbei zu schauen. Immer wenn Du bei einer Landtagswahl antratst, freute ich mich über die immer besser werdenden Ergebnisse. Ich wollte Dich selbst auf meinem Stimmzettel ankreuzen und wartete nur auf die erste Gelegenheit.

Einen Tag vor der Europawahl entschied ich mich dann endlich, ein Teil von Dir sein zu wollen.

Seit diesem Augenblick haben wir ein sehr kompliziertes Verhältnis zueinander.

Zuerst musste ich feststellen, dass ich Dich teilen muss. Du gabst Menschen einen Platz in deinem Leben, die Ansichten vertreten, die nicht meine sind.

Dies fing bei inhaltlicher Nähe zur FDP und neoliberalen Ansichten an und ging bis zu den Affären mit Bodo Thiesen und Steffan „Aaron“ König.

Immer wieder habe ich gedacht, Du hast noch Chancen verdient. Ich ging davon aus, dass das alles Einzelmeinungen sind und nicht Deiner Meinung entsprechen. Ich habe Dich vor Kritiker_innen verteidigt und musste mir oft anhören ich wäre naiv.

In letzter Zeit kamen mir aber immer wieder Zweifel, ob wir beide wirklich so gut zusammen passen. Ich fühlte mich in deiner Nähe immer öfter unbehaglich und begann darüber nachzudenken, woran das liegen könnte.

Zu aller erst ist da die Sache mit dem Feminismus. Wieso müssen wir so ein Männerverein sein? Ich weiß genau, wir haben Mitglieder, welche Frauen sind. Wieso können wir sie nicht als solche Bezeichnen? „Liebe Piratin“ hört sich doch sympatisch an. Dass das Wort „Pirat“ angeblich geschlechtsneutral ist, ist ja schön und gut. Es birgt aber doch ein enormes Ausgrenzungspotential. Wieso ist immer nur die Rede von „Bürgern“, „Politkern“, „Polizisten“ etc.? Der Kampf für Gleichheit sieht nach meinem Selbstverständnis anders aus. Wenn wir gemeinsam antreten um etwas zu verändern, hätten wir hier doch prima anfangen können.

Als nächstes kommt da die Sache mit dem Schubladendenken bzw. der Nichtanwendung von selbigem. „Wir sind nicht links oder rechts, wo wir sind ist vorne!“. Diesen oder ähnliche Sätze höre ich nur all zu häufig. Ich will aber nicht vorne sein!

Auf der linken Seite steht der Kampf gegen den Kapitalismus, gegen die Diktatur des Kapitals. Die Auswirkungen des Kapitalismus können wir in der Geschichte der letzten 150 Jahre nur all zu gut beobachten. Er hat zunächst die Sklaverei, und damit verbunden ein Überlegenheitsgefühl bestimmter Gesellschaftsschichten und Kulturkreise hervorgebracht. Er führte dazu, dass in Ländern Kriege geführt werden um den Industrienationen die Rohstoffzufuhr für die nächsten Jahre zu sichern. Er führte dazu, dass Menschen nur noch als Sachkosten betrachtet werden und diktiert ihnen durch Lohnabhängigkeit, wie sie ihr Leben zu leben haben.

Ich will, dass Menschen selbst entscheiden, wie sie ihr Leben leben. Wenn ich sage, dass ich für Freiheit kämpfe, meine ich die Freiheiten des Individuums und nicht die der Märkte.

Anscheinend sind viele deiner Anhänger_innen der Meinung, wir müssten uns von allem, was auch nur im Entferntesten links eingeordnet werden könnte distanzieren. Linke, das sind immer „Chaoten“ und „Anarchisten“. Oder sie sind automatisch „Anhänger des SED-Regimes“.

Auf der rechten Seite steht der Neofaschismus. Dort finden sich Menschen, welche sich als „wertvoller“ als andere Menschen begreifen. Sie teilen die Weltbevölkerung in „Rassen“ ein und stufen einige von Ihnen als nicht Lebenswert herab. Sie verharmlosen die Verbrechen der NS-Diktatur, wünschen sich das dritte Reich zurück. Sie benutzen das Wort „Demokrat_in“ als Schimpfwort und stehen in eben jener Tradition, welche die Welt vor gar nicht all zu lange Zeit ins Verderben gestürzt und ihr den dunkelsten Fleck ihrer Geschichte verpasst hat.

Meiner Meinung nach ist diese verbrecherische und menschenverachtende Ideologie kein schützenswertes Grundrecht, da sie dem Menschsein an sich und der damit verbundenen Achtung seiner Würde konträr entgegen steht. Ich finde, ein Merkmal einer wehrhaften Demokratie und eine Pflicht aller Menschen ist es gerade, sich solchen Ideologien in den Weg zu stellen, ihnen keine Plattform zu geben. Nur zu äußern, dass wir evt. anderer Meinung sind reicht nicht aus und wird nicht verhindern, dass rechte Gruppierungen stärker werden.

Ein weiterer Punkt ist, dass wir uns gegen „Extremismus jeder Art“ stellen.

Als Extremismen sind in dem Köpfen der Menschen in erster Linie der Links- und Rechts-Extremismus, neuerdings auch der „Islamismus“, verankert. Durch die Bezeichnung „Extremismus“ verschwimmen die Unterschiede all dieser Strömungen. Die SED-Diktatur wird mit dem Hitler-Faschismus gleichgesetzt und auf diese Weise auf der einen Seite die NS-Verbrechen relativiert und auf der anderen Seite die Gefahren des Faschismus heruntergespielt.

Die Extremismus-Theorie geht davon aus, dass es eine demokratische Mitte gibt, und die Extremismen Randerscheinungen sind welche diese Mitte beseitigen wollen. Die Mitte wird schon nur gutes Tun und es gilt, diese auf Biegen und Brechen zu verteidigen.

Die Piratenpartei wurde gegründet, weil die Freiheiten der Menschen eben aus dieser Mitte heraus seit Jahren immer weiter eingeschränkt werden. Eine Antwort auf die Bestrebungen der Mitte, kann also nicht aus Ihr selbst entstehen. Wenn wir uns nun von Extremismen kategorisch distanzieren, ist das Konzept der Piratenpartei von vorne herein zum Scheitern verurteilt.

Die Extremismus-Theorie dient nur dem Machterhalt der herrschenden Klasse und wurde von eben dieser zu eben diesem Zweck aus der Taufe gehoben. Der Rechtsextremismus strebt die Beseitigung der Demokratie, der Sozialismus jedoch die Abschaffung des Kapitalismus an. Der Rechtsextremismus ist von seiner Idee her und den Zielen nach antidemokratisch. Der Sozialismus aber nur dann, wenn er missbraucht oder pervertiert wird. Die Distanzierung von jeglichem Extremismus schließt also folgerichtig jegliche demokratischen linken Bestrebungen ein und kann von daher keine Lösungen für die Missstände in der heutigen Gesellschaft liefern.

Ich bin nicht Pirat geworden, um die Panikmache vor „Islamismus“ und „linkem Terror“ mitzumachen. Ich bin Pirat geworden, weil ich Mensch bin und für die Freiheiten der Menschen eintreten wollte. Ich bin Pirat geworden, weil ich die Ziele der Partei gut finde und hoffte, dass ich mit viele Menschen auch die Beweggründe für diese Ziele teile.

Ich musste feststellen, dass Du dir oft widersprichst und zu oft dem widersprichst, für was ich als Pirat einstehen möchte. Es geht nicht nur um fundamentale Dinge sondern auch um viele Kleinigkeiten.

Steter Tropfen höhlt den Stein. Deshalb bekunde ich hiermit meinen Austritt. Vielleicht ist es eine Trennung auf Zeit, vielleicht ist sie für immer.

Ein Sprichwort sagt, „man sieht sich immer“ zwei mal im Leben. Vielleicht weißt Du bei unserer nächsten Begegnung ja, was Du bist und was Du mal werden möchtest. Momentan kann ich mir eine Beziehung auf Dauer mit Dir nicht vorstellen aber vielleicht wird das ja noch.

Bis dahin wünsche ich Dir viel Erfolg bei deiner Selbstfindung.

Mit solidarischen Grüßen
Christian Busch

Nazi-Aufmarsch am 01. August 2009 in Friedberg und Nidda verhindern!

Juli 09, 09 von chris-b

Für den 01. August hat die NPD, in Person Mario Matthes, eine Doppeldemo in Friedberg und Nidda angemeldet.

Anbei der Aufruf des Gegenbündnisses. Verbreitet ihn weiter und erscheint zahlreich!

NPD-Aufmarsch am 01.08.2009 in Friedberg und Nidda VERHINDERN!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Die NPD plant für den 01.08.2009 eine „Doppeldemonstration“ in Friedberg (ab 10.30) und in Nidda (ab 15:00).
Die Routen sollen jeweils an den Bahnhöfen beginnen und an Moscheen vorbei führen.

Mit ihrem Motto „Deutsche wehrt Euch – gegen Islamisierung und Überfremdung!“ knüpft die NPD für ihre Demonstration an den NS-Slogan der antisemitischen Boykotte vom April 1933 an („Deutsche, wehrt Euch, kauft nicht bei Juden“).

(Weitere Hintergrund-Infos zum geplanten NPD-Aufmarsch und den Rednern weiter unten.)

Wir machen in Friedberg mit einem möglichst breiten Bündnis und hessenweiter Mobilisierung eine GEGENKUNDGEBUNG am 01.08.2009 ab 9:00 Uhr am Bahnhof,
dabei ist das gemeinsame Ziel GANZ KLAR DIE KONSEQUENTE VERHINDERUNG des NPD-Aufmarsches – Beispiel Mainz!!!
(in der Wetterau reicht das Bündnis mit mehr als 50 Gruppen bereits von Antifaschisten, über ASTEN, Bund deutscher Pfadfinder, Gewerkschaften, Schülervertretungen, internationalen Gruppen, evang. und kath. Kirche, Lagergemeinschaft Auschwitz, Die Linke, Die Grünen, JUSOS, SPD und den Landrat bis zu den Jungliberalen und der Stadt Friedberg)

Weit ab von der NPD demonstrieren und „Buh“ rufen wäre uns zu wenig, weil wir den NPD-Aufmarsch verhindern wollen!

Deshalb ist es wichtig, dass es gelingt, möglichst viele zu mobilisieren
(wg. der örtlichen Gegebenheiten: ab 1.000 aufwärts ist`s gut! bei 2.000 klasse und bei 3.000 super!)

Stattdessen sind bisher als Redner u.a. im Gespräch: der Bürgermeister der Stadt Friedberg, Lagergemeinschaft Auschwitz, Gewerkschaft, Jugendorganisation, jemand von einer Antifa-Gruppe, jemand als Bündnis-VertreterIn.

Es gibt eine Homepage gegen die Nazi-Demo 01.08. in Friedberg und Nidda, auf der alle aktuellen Infos eingestellt und die Aufrufer/Unterstützer aufgelistet werden:

www.wetterau-gegen-nazis.de

Ihr könnt Euch dort auch noch in die Aufrufer-Liste eintragen lassen und auch Flyer und Plakate bestellen.

Hintergrund-Infos zum geplanten NPD-Aufmarsch:

Mit der Wahl des Termines zeigt die NPD eindeutig, in welche Tradition sie sich ganz bewusst für ihren geplanten Friedberger Aufmarsch stellt:
Offensichtlich ist der Zusammenhang mit dem 1. und dem 8. Buchstabe des Alphabets: A.H. !
Das zeigt mal wieder deutlich, dass sich die Nazis – trotz aller Kreidefresserei der letzten Jahre (weniger Skinheads, mehr Anzüge und Krawatten, Aufgreifen sozialer und angeblich antikapitalistischer Themen [übrigens genauso wie vor 1933]) – nach wie vor bewusst in die „Tradition“ des deutschen Faschismus stellen – mit allem was dazu gehört !!!

Dazu passend sollen als Redner von der NPD auftreten:
Udo Voigt
(NPD-Bundesvorsitzender, wg. Volksverhetzung vorbestraft, in einem Interview mit der rechtsradikalen Zeitung „Junge Freiheit“ bezeichnete er Hitler als einen „großen deutschen Staatsmann“ und die BRD als „illegitimes System“)
Jörg Krebs
(NPD-Landesvorsitzender in Hessen und Stadtverordneter in Frankfurt am Main sowie NPD-Bürgermeisterkandidat für Büdingen/Wetterau)
Mario Matthes
(Stellv. NPD-Landesvorsitzender in Hessen, Anmelder der NPD-Demonstation, u.a. vom Mainzer Amtsgericht wg. Körperverletzung zu 11 Monaten auf Bewährung verurteilt),
Stefan Jagsch
(Landesvorsitzender der JN in Hessen, Mitglied des Wetterauer Kreistages),
Daniel Knebel (Mitglied des hessischen NPD-Landesvorstandes).

Macht mit, den NPD-Aufmarsch zu verhindern!!!

Kommt am 01.08.2009 ab 9:00 Uhr zur Gegenkundgebung an den Bahnhof in Friedberg!!!!

Verbreitet diesen Aufruf weiter!!!

Bündnis gegen den NPD-Aufmarsch am 01.08.2009 in Friedberg und Nidda

NPD: Pastörs hetzt gegen „Judenrepublik“

März 06, 09 von chris-b

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Zu Dokumentationszwecken falls Ihr gestern Panorma verpasst habt.

Pastörs hetzt beim „politischen“ Aschermittwoch der NPD in Saarbrücken gegen die „Judenrepublik“ Deutschland.

War wohl nichts mit Bidermann und so…

Klarer Fall von „told you so“: Strafanzeige wegen Streikposten

Januar 26, 09 von chris-b

In München startete heute ein Verfahren gegen Orhan Akman, ver.di-Sekretär und zuständig für den Einzelhandel.

Dieser hatte bei der Modekette Zara einen Streik organisiert. Es wurden Streikposten vor dem Geschäft aufgestellt. Die Polizei bewertete die Ansammlung von 15 Menschen zur Durchsetzung von besseren Arbeitsbedingungen als unangemeldete Versammlung und erstattete Strafanzeige.

Als hätten wir es nicht geahnt…

via

„Die Frankfurter Müllabfuhr trägt auch orangefarbene Overalls“

Januar 25, 09 von chris-b

Im Herbst 2006 ermittelte Bundesanwalt Wolf-Dieter Dietrich aufgrund von Vorwürfen, dass in Mannheim ein CIA-Gefängnis existieren soll.

Ein Zeuge, sagte aus, er habe gesehen wie drei arabischaussehende Männer in orangenen Overalls, angekettet und unter massivster Bewachung über den Hof der Kaserne geführt wurden.

Wolf-Dieter Dietrich stellte die Ermittlungen ein.

Im jetzt stattfindenden BND-Untersuchungsausschuss begründe er dies damit, dass der Zeuge gerne im Schottenrock gegen die USA demonstriere und er daher nicht ernst zu nehmen sei. Des Weiteren sagte er eben, dass die Müllabfuhr auch orangene Overalls trägt.

Die sz hat hierzu einen Artikel.

Den Bericht des Bundesbeauftragen für den Datenschutz Dr. Joachim Jacob zu den Geheimgefängnissen in Deutschland vom 31. März 2008 an den Deutschen Bundestag findet man hier.

Hessenwahl 2009: Piraten mehr, NPD weniger Stimmen

Januar 19, 09 von chris-b

Bei der gestrigen Neuwahl in Hessen haben die Piraten die Anzahl der Stimmen fast verdoppeln können.

Die Piraten haben mit 13784 Stimmen 0,53% erreicht. Im letzten Jahr waren es 0,3% mit 6962 Stimmen. Da ist doch durchaus eine positive Tendenz zu erkennen. Beim nächsten Mal sollte doch zumindest mal die Wahlkampfkostenerstattung drin sein :)

Die NPD hat wie im letzten Jahr 0,9 Prozent erreicht. Da die Wahlbeteiligung aber diesmal nur bei 61% lag, hat sie wohl Stimmen verloren.

Die „erfolgreichsten“ Wahlkreise hat NPD-Blog zusammengefasst.

Die “besten” Ergebnisse konnte die NPD in folgenden Wahlkreisen erreichen: Wetterau II (2,7 Prozent), Wetterau III (1,4 Prozent), Fulda II (1,2 Prozent), Groß-Gerau I (1,3 Prozent), Schwalm-Eder II (1,3 Prozent), Ffm I (1,3 Prozent), Lahn-Dill I (1,5 Prozent), Hersfeld (2,0 Prozent).

Mehr hat mich an der Wahl nicht interessiert. Dass es auf Schwarz-Gelb hinaus läuft, war ja abzusehen. Herzlich willkommen zu Flughafenausbau, Räumung des Hüttendorfes, Wiedereinführung der Studiengebühren und ausländerfeindlicher Polemik.

Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin

Januar 14, 09 von chris-b

Heise berichtet, dass das Kabinett heute einen neuen Anti-Terror-Paragraphen (§ 91 StGB) beschlossen hat.

Damit soll vor allem das Verbreiten oder das Anpreisen von terroristischen „Anleitungen“ – beispielsweise über das Internet – erfasst und mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden können. Die Umstände müssen dabei laut dem Kabinettsentwurf „objektiv“ geeignet sein, die Bereitschaft anderer zu fördern oder zu wecken, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat zu begehen. Auf die Absicht des Täters werde dagegen nicht mehr abgestellt.

Hier wird ein weiterer Schritt hin zur Gesinnungsjustiz unternommen. Wenn Dich jemand als Terrorist verdächtigt, wird er oder sie mit Sicherheit sehr „objektiv“ bei der Beurteilung der Umstände sein…

Staatliche Zensur des Internets auf dem Weg

Januar 12, 09 von chris-b

Wie heise berichtet, macht der Staat jetzt erste Schritte eine offizielle Zensur des Internets vorzunehmen.
Morgen treffen sich Vertreter der Provider mit dem Bundesinnenministerium um über die Umsetzung von „Internetsperren“ gegen Kinderpornographie zu diskutieren.

Was hier wie ein löblicher Versuch zum Schutz von Kindern dargestellt wird ist nur der nächste Schritt in die falsche Richtung. Wenn die technischen Mittel erst mal vorhanden sind, wird es nicht bei Kinderpronographie bleiben. Im selben Artikel ist schon die Rede von der Sperrung ausländischer Glücksspielseiten.

Von dort ist es nicht mehr weit, bis auch ungewünschte politische Inhalte zensiert werden. Wie sagte ein CDU-Abgeordneter zu den olympischen Spielen ganz passend?

Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.

Günter Wallraff im Interview

Januar 06, 09 von chris-b

Das liegt schon länger hier rum um verbloggt zu werden.

Der Standard hat ein recht interessantes Interview mit Günter Wallraff geführt. Es geht um die Bild, unsere Gesellschaft, Arbeitsbedingungen und Menschen, die ihn gut finden.

Ich finde es beachtlich, wie dieser Mann sich seit Jahren immer wieder aufs Neue in die dunkelsten Abgründe der Gesellschaft begibt um anderen Menschen zu helfen. Ich liebe seine Bücher und bin gespannt auf den Kinofilm :)

Die Angst geht um. In vielen Branchen herrscht eine Willkür, da fühlten sich viele wie im Straflager. Bei meiner letzten Recherche in der Brotfabrik, sagten Kollegen zu mir: Hoffentlich werden wir bald entlassen. Ich fragte: Warum kündigst ihr denn nicht? Dann kriegen wir eine Sperre vom Arbeitsamt. Das ist wie Zwangsarbeit. Beim Callcenter werden die Leute hin verpflichtet, obwohl sie zu Betrügern ausgebildet werden. Aber sie können nicht ablehnen, sonst kriegen sie die Sperre. Mit Langzeitarbeitslosen kann man machen was man will.

Neujahrsansprache

Januar 01, 09 von chris-b

Ich wünsche Euch allen ein frohes neues Jahr und genug Energie für die harten Kämpfe, die wir alle tagtäglich auszustehen haben.

Mein Umzug ist beendet, morgen ist die Abnahme der alten Wohnung und ich habe in der neuen Wohnung endlich Netz.

Seit heute ist das neue BKA-Gesetz in Kraft welches Dinge wie die Online-Durchsuchung gesetzlich ermöglicht und das BKA zu einer Bundesbehörde mit Geheimdienstbefugnissen macht.
Des Weiteren ist ab heute die Frist für die Ausnahme-Regelung abgelaufen welche es den Internet-Providern ermöglichte auf die Speicherung der Internet-Verbindungsdaten im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung zu verzichten. Bis auf ein paar wenige, welche Klagen dagegen am Laufen haben, speichern jetzt alle Provider.

Wir konnten in den letzten Beiden Jahren keinen der Angriffe unsere Privatsphäre verhindern und müssen ohnmächtig zusehen, wie uns der Staat mit Politik gegen die Bürger das Grundgesetz und unsere Freiheitsrechte unter dem Arsch wegzieht.

In Bayern wurde das neue Versammlungsgesetz eingeführt, welches allerhand Nachteile für alle politisch, bürgerrechtlich und betrieblich aktiven Menschen mit sich bringt. In einigen anderen Ländern ist ein solches Gesetz schon auf dem Weg.

Es ist Zeit, dem endlich einen Riegel vorzuschieben. Es ist „Superwahljahr“ und jede und jeder hat die Möglichkeit endlich einen Ausweg aus dieser Misere in die Wege zu leiten. Einen kleinen Fortschritt gab es diesbezüglich ja im letzten Jahr schon. Die CSU hat keine Absolute Mehrheit mehr in Bayern und muss sich langsam mit Themen wie Demokratie und Toleranz auseinander setzen.

In Hessen ist der Versuch Roland Koch zu stürzen vorerst gescheitert. Aber auch hier gibt es in ein paar Wochen die Chance etwas sinnvolles zu tun.

Wählt nicht diese und jene Partei, weil Ihr es immer getan habt oder weil Eure Eltern diese schon immer wählen.

Der Kampf um unsere Rechte wird mit Sicherheit nicht einfacher. Er wird aber von Tag zu Tag wichtiger. Beteiligt Euch daran um das zu retten, was unsere Großeltern erkämpft haben.

La lucha sigue!