Archiv für September, 2008

Kalifornien setzt bei Wahlcomputern auf freie Software

September 27, 08 von chris-b

So wie es aussieht, möchte Kalifornien für seine Wahlcomputer in Zukunft auf Open-Source-Software umschwenken.

Dies soll die Sicherheit und Transparenz der Systeme erhöhen und damit das Vertrauen in die Wahlsysteme steigern.

Ich bin ja prinzipiell ein sehr großer Verfechter von freier Software. Jede Software sollte offen sein, auch die von Wahlcomputern.

Besser macht das die Dinger aber trotzdem nicht. Ob die compilierte und bei den Wahlsystemen eingesetzte Software dem offenen Quellcode entspricht kann niemand nachvollziehen.

Um Wirklich vertrauen in die Systeme zu haben, müsste sich jedeR WählerIn den Quellcode ansehen und ihn vor der Wahl selbst compilieren. Da die wenigsten Menschen dazu in der Lage sind oder dazu bereit wären, bringt das also keine Verbesserungen. Des Weiteren würde es die Wahlen wohl massiv verlängern ;)

Festnahme von „Terroristen“ – das Abendland ist gerettet

September 27, 08 von chris-b

Glück gehabt. Die Bundespolizei hat zwei Menschen festgenommen, von denen keine Gefahr ausgeht.

Es war eine Präventivmaßnahme, da es Indizien dafür gibt, dass irgendetwas darauf hindeutet, dass die beiden evt. einen Terroranschlag planen könnten. Aber es besteht keine Gefahr.

Auch Kontakte zu den „Sauerländern“ oder anderen Terroristen konnte glücklicherweise nicht nachgewiesen werden. Deutschland ist gerettet!

Jetzt bitte einen Prozess führen, die beiden wegen Unschuld verurteilen und dann ab nach Guantanamo. Es kann ja wohl nicht angehen, dass Islamisten hier nichts planen und damit ungestraft davon kommen.

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The breast is best: PETA fordert Ben & Jerry’s auf, auf Muttermilch umzusteigen

September 25, 08 von chris-b

PETA hat sich in einem Brief an Ben und Jerry gewandt und fordert sie auf, zukünftig auf menschliche Muttermilch um zu steigen.
Diese soll von menschlichen Spenderinnen stammen, welche dafür bezahlt werden.

On behalf of PETA and our more than 2 million members and supporters, I‘d like to bring your attention to an innovative new idea from Switzerland that would bring a unique twist to Ben and Jerry’s. Storchen restaurant is set to unveil a menu that includes soups, stews, and sauces made with at least 75 percent breast milk procured from human donors who are paid in exchange for their milk. If Ben and Jerry’s replaced the cow’s milk in its ice cream with breast milk, your customers–and cows–would reap the benefits.

Irgendwie eine strange Vorstellung…

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CCC reicht Wahlprüfungsbeschwerde in Hessen ein

September 25, 08 von chris-b

Der Chaos Computer Club (CCC) hat wie angekündigt eine Wahlprüfungsbeschwerde in Hessen eingereicht. Die Beschwerde richtet sich gegen den Einsatz von NEDAP-Wahlcomputern in acht hessischen Gemeinden. Aufgrund der schwerwiegenden Wahlfehler in Hessen, wie etwa der Lagerung der Wahlcomputer bei Parteifunktionären und der mangelnden Einhaltung der Vorschriften zur sicheren Lagerung der Computer, ist nun zu entscheiden, ob die Wahlen in den acht betroffenen Wahlkreisen wiederholt werden müssen.

Mal schauen, ob es was bringt. Die letzten Einsprüche wurden ja gar nicht erst behandelt, weil sie „unbegründet“ waren.

Ich habe jetzt zum ersten mal die Anti-Wahlcomputer-Kampagnenseite des CCC gesehen.

Hier gibt es unter anderem auch eine Liste, auf was man als WahlbeobachterIn achten muss, wenn Wahlcomputer eingesetzt werden.

Bei den Kummunalwahlen in Brandenburg am 29.09. soll es auch wieder zum Einsatz von Wahlcomputern kommen.
Wer Zeit hat und wahlbeobachten möchte, soll sich bitte bei wahlcomputer AT ccc PUNKT .de wenden.

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Bericht: Erster Prozesstag im mg-Verfahren

September 25, 08 von chris-b

Beim Prozessblog gibt es einen Bericht zum ersten Prozesstag im Verfahren gegen die angeblichen Mitglieder der „militanten gruppe“.

Die Angeklagten verlasen ihrer Prozesserklärung. Weitere Aussagen werden sie wohl nicht machen.

Die Verhandlung fand unter extremsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Mal schauen, wie es weiter geht.

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BKA sieht Terrorgefahr für Deutschland!!111einself

September 25, 08 von chris-b

Die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt fahnden seit 25.09.2008 öffentlich nach den beiden Terrorverdächtigen Eric Breininger und Houssain Al Malla. Beide Personen werden dringend verdächtigt, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein und werden mit Haftbefehl gesucht.

Das BKA sucht jetzt also nach Menschen, die bisher nichts unrechtes gemacht haben und will diesen die Freiheit rauben, weil es denkt, sie könnten evt. etwas unrechtes planen.

Der eine hat wohl eine Märtyrer-Ausbildung hinter sich und in einem Video dazu aufgerufen dem Dschihad beizutreten, Da er noch ein Video drehen konnte, kann er das mit dem Selbstmordbomben ja nicht sehr ausgiebig geübt haben.

Es ist schon komisch, dass das jetzt gerade alles zum passenden Zeitpunkt kommt.
Es hagelt reihenweise Proteste an der Politik wegen Bayerntrojaner, BKA-Gesetz, Vorratsdatenspeicherung und dem Geheimabkommen zum Datenaustausch mit den USA.

Hier kommen die Terroristen sprichwörtlich wie gerufen.

Fear makes the wolf look bigger, you know?

Jetzt ist es wieder wesentlich leichter, unsere Grundrechte noch weiter ein zu schränken und dies mit konkreten Bedrohungsszenarien zu legitimieren.

Es ist doch echt zum kotzen.

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Woran man tollen Kundenservice erkennt

September 25, 08 von chris-b

Ich habe bei meinem Lieblingshoster mal wieder etwas in Auftrag gegeben.
Es hat ein wenig länger gedauert und die Antwortmail heute hat mal wieder gezeigt, warum ich keinen anderen will :)

Hallo Christian,

hat leider zwei Tage länger gedauert…
Zugangsdaten sind eben rausgegangen – hättest Du nur der Vollständigkeit
halber noch einen Vornamen für mich? ;-)

Grüße aus Norwegen,

Bernd

Christian Busch schrieb:
> Hallo Bernd,
>
> hiermit bestelle ich ein Starter-Paket mit der Domain
[…]*
> Wenn Du noch weitere Daten brauchst, melde Dich!
>
>
> Liebe Grüße
> Chris

* Abgeschnitten, weil gerade kein GPG-Schlüssel parat

Wenn man auf eine verschlüsselte Mail nicht verschlüsselt antworten kann, muss sie halt zensiert werden. Und das auch noch aus dem Ausland („Urlaub“?). Danke Bernd.

„Streng justizförmige Verfahren“ im Kampf gegen Terrorismus

September 24, 08 von chris-b

Ich weiß es ist doof aber ich zitiere hier jetzt mal fast einen kompletten Artikel.
Die Hervorhebungen sind von mir um die Perversität und Widersprüchlichkeit der Aussagen des stellvertretenden Generalbundesanwalts zu verdeutlichen.

Unter Folter erzwungene Aussagen ausländischer Häftlinge sollten nach Ansicht des stellvertretenden Generalbundesanwalts Rainer Griesbaum in Einzelfällen für weitere Ermittlungen benutzt werden können.

Zwar dürften Erkenntnisse, die unter Verstoß gegen das Folterverbot oder gegen andere grundlegende Rechte gewonnen würden, vor Gericht nicht verwertet werden, sagte Griesbaum am Mittwoch beim 67. Deutschen Juristentag in Erfurt. Ein Verwertungsverbot für solche Beweise folge bereits aus dem UN-Anti-Folter-Übereinkommen. Allerdings müssten rechtswidrig erlangte Informationen im Einzelfall verwendbar sein, um beispielsweise Ermittlungen wegen eines bevorstehenden Anschlags einzuleiten.

Griesbaum begründete seinen Ansatz mit dem globalen Charakter der Terrorbekämpfung. «Der Rückgriff auf durch ausländische Strafverfolgungsorgane erzielte Beweisergebnisse und – noch weit häufiger – auf durch ausländische Nachrichtendienste zur Verfügung gestellte Informationen bildet inzwischen den Regelfall», sagte er in seinem Referat in der Abteilung Strafrecht der Tagung. Deshalb dürften Informationen aus fragwürdigen ausländischen Quellen nicht pauschal als «unrettbar bemakelt» verworfen werden. Einem sogenannten Feindstrafrecht – also einer Absenkung rechtlicher Standards für Terroristen – erteilte Griesbaum allerdings eine klare Absage. Gerade bei der Bekämpfung des Terrorismus müsse die Justiz in einem «streng justizförmigen Verfahren» die Wahrheit erforschen.

Merkt der es eigentlich noch?

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Interview mit dem Anwalt der angeblichen mg-Mitglieder

September 24, 08 von chris-b

Bei euro-police gibt es ein Interview mit Sven Lindemann.
Sven ist der Anwalt der drei Menschen, Axel H., Florian L. und Olli R., die am 31. Juli festgenommen wurden weil sie angeblich der „militanten gruppe“ (mg) angehören und Bundeswehr- und Polizeifahrzeuge angezündet haben sollen.

Er erzählt, welche unglaublichen Ermittlungsabsätze die Bundesanwaltschaft verfolgt.
Nachdem der Bundegerichtshof vor einiger Zeit entschieden hat, dass die mg nur eine kriminelle und keine terroristische Vereinigung darstellt, kann die BAW plötzlich mit einem Verfassungsschutzspitzel auftrumpfen, welcher wohl belastende Aussagen machen kann.

Dieser wird aber auch nicht selbst aussagen, Ziercke wird das für ihn erledigen.

Die BAW wird versuchen, alle der mg angelasteten Anschläge mit in die Verhandlung zu ziehen, um höhere Strafen „erzielen“ zu können.

Schöne neue Welt…

Ich kann mich nur wiederholen: Für eine direkte Beteiligung auch nur eines unserer Mandanten an weiteren der mg zugerechneten Anschlägen gab es nie ansatzweise irgendeinen Beweis. Selbst bei RAF-Prozessen – mit Ausnahme der Prozesse zu ‚77 – war jeweils eine angebliche direkte und unmittelbare Beteiligung an einem Kommando Ausgangspunkt der Anklage und nicht alle Anschläge der RAF, die während der Zeit unternommen wurden, in der die oder der Angeklagte in der RAF aktiv war. Unabhängig davon wird die BAW versuchen, alle Aktionen der mg in die Hauptverhandlung einführen. Dadurch soll die angebliche Gefährlichkeit dieser angeblichen Vereinigungen belegt werden, um ein erhöhtes Strafmaß zu erreichen. Auch wenn theoretisch mit dem §129 unsere Mandanten wegen aller mg-Anschläge angeklagt werden könnten, wäre es zumindest notwendig zu sagen, ab wann sie denn Mitglied dieser angeblichen Vereinigung gewesen sein sollen. Hierzu findet sich aber weder etwas in der Anklage noch in den Akten.

Das Interview ist sehr lesenswert.

Zensur bei T-Mobile: Eingriff in Netzneutralität

September 23, 08 von chris-b

Wie gulli berichtet, sperrt T-Mobile bei der HotSpot-Nutzung die Seite Beichthaus.com.

Rund 14.200 HotSpots für WLAN (Wireless Lan) gibt es derzeit in Deutschland. Schnurlose Internetverbindungen werden sowohl zu Hause als auch unterwegs immer häufiger genutzt. Eine positive Entwicklung, die alle Besitzer von tragbaren Geräten freuen dürfte und die Deutschland als IT-Standort zudem attraktiver macht. Die Freude könnte allerdings sehr schnell durch die Tatsache getrübt werden, wenn manche Anbieter wie im vorliegenden Fall dazu übergehen, bestimmte Seiten zu sperren. Ein Beispiel für diese Vorgehensweise ist die Website Beichthaus.com, die man als Nutzer der T-Mobile HotSpots lediglich über den Umweg über das Anonymisierungsnetzwerk TOR besuchen kann.

Will man die Seite aufrufen, bekommt man folgenden Text angezeigt:

„Lieber Nutzer, sie haben versucht, eine eventuell jugendgefährdende Seite aufzurufen. [url] Ihr HotSpot Team“.

Außer einem Klick auf den Zurück-Button kann man ansonsten nichts tun.

Bisher war T-Mobile nicht bereit, hierzu Auskunft zu geben.

Ich habe bisher noch nichts von dieser Seite gehört und gehöre wohl auch nicht zur Zielgruppe.
Ich finde es aber unter aller Sau, wenn ein ISP seinen Kunden vorschreibt, welche Seiten sie sehen dürfen und welche nicht. Es ist schlimm genug, dass so was auf EU-Ebene diskutiert wird.

Ich gehöre auch zu den T-Mobile-Kunden, hatte aber bisher noch keine Probleme irgendwelche Seiten auf zu rufen.

Ist Euch da schon mal etwas aufgefallen?

BTW: Bei der Nutzung eines HotSpots oder sonst eines öffentlichen WLANs sollte ja eh eine VPN-Verbindung Standard sein. Dann hat sich auch das Problem mit der Zensur wieder erledigt.