Der DGB möchte am 22. Oktober mit dem „Raffzahn 2008″ die Betriebe küren, die ihren PraktikantInnen die schlechtesten Bedingungen bieten.
Ein Studie des Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat ergeben, dass viele Praktika vollwertigen Arbeitsplätzen entsprechen aber schlecht bis gar nicht bezahlt werden.
Der DGB sucht jetzt nach Einsendungen um die entsprechenden Arbeitgeber zu ermitteln. Wenn ihr also Erfahrungen gesammelt habt, beteiligt Euch!
Liebe Freundinnen und Freunde,
wie von uns berichtet, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Mai eine Studie zur Situation zum Berufseinstieg und speziell von Praktikantinnen und Praktikanten vorgestellt, die belegt, dass viele Praktika tatsächlich normale, aber schlecht/gar nicht bezahlte Arbeitsplätze sind und selten zu einer anschließenden Anstellung führen (Pressemitteilung sowie Kurz- und Langversion der Studie auf der Website des BMAS: http://www.bmas.de/…).
Für uns waren diese Ergebnisse keine Überraschung – weisen wir doch seit Jahren auf diese Situation hin, für das BMAS waren sie aber endlich Grund genug, handeln zu wollen: Im Gespräch ist ein Gesetz, das „Praktika“ klar definieren soll, den Vergütungsanspruch der Praktikanten noch einmal deutlich hervor hebt und Klagemöglichkeiten für Praktikanten, die im Praktikum ausgebeutet wurden, vereinfachen soll. Leider ist jedoch seit Mai nichts weiter passiert, was vor allem daran liegt, dass das Bildungsministerium/die CDU weiterhin jede Form der Ausbeutung von Praktikanten als nicht existent bezeichnet und Regelungen für absolut unnötig hält.
Um weiter Druck auszuüben und zu zeigen, was für Ausbeuter-Praktika es tatsächlich gibt, haben wir uns überlegt, den Bildungsgipfel der Bundesregierung, der vom 22. bis 24. Oktober in Dresden stattfinden soll, und die damit verbundene Presse-Aufmerksamkeit zu nutzen, um dort den „Raffzahn 2008″ zum Auftakt des Gipfels am 22. Oktober in Dresden in ausgebauter Form und medienwirksam zu verleihen. fairwork e.V. und die DGB-Jugend wollen den größten, zweitgrößten und drittgrößten Praktikumsausbeuter des Jahres auszeichnen. Dafür sind wir natürlich auf Eure Unterstützung angewiesen: Mailt uns möglichst aktuelle unfaire Praktikumsausschreibungen oder kurze Bewertungen von Euren absolvierten Praktika. Alle Angaben werden selbstverständlich anonym behandelt, also keine Angst!
Es wäre schön, wenn wir von Euch Berge an Post erhalten, um der Politik erneut darlegen zu können, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern dass wir im besten Fall einen Sack voll Praktikums-Ausbeutern an Bildungsministerin Schavan überreichen können, um ihre Blockadehaltung endlich aufzuweichen. Wir hoffen so, das geplante Gesetz für gute Praktika doch noch möglich machen zu können!
Die Einsendungen von Euch können enthalten: Stichworte/kurzen Text über ein mieses Praktikum, das ihr oder Freunde von Euch gemacht haben (wo/wann/Aufgaben/Gehalt/Dauer/warum unfair?) oder aber auch unfaire Praktika-Stellenanzeigen, auf die Ihr gestoßen seid.
Besonders unfair sind Praktika, die über 3 Monate dauern, nicht oder sehr schlecht (also unter 1000€/Monat für Absolventen und unter 500€/Monat für Studenten) vergütet werden, Erfahrung, spezielle Kenntnisse und/oder ein abgeschlossenes Studium/eine abgeschlossene Ausbildung voraussetzen, in denen nicht das Lernen sondern das Arbeiten im Vordergrund steht, die eine reine Vor-Probezeit vor der normalen Probezeit während einer regulären Anstellung darstellen, die ständige Überstünden verlangen… Dies nur als Anregung – wir sind sicher, ihr kennt genug solcher netten Arbeitsverhältnisse oder stolpert im Internet über Ausschreibungen, die dies versprechen.
Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2008
Eure Einsendungen bitte an: jessica.heyser@dgb.de
Noch ein letzter – eigentlich natürlich unnötiger
– Anreiz zur Teilnahme: Unter allen Einsendern verlosen wir eine Reise zu unserer „Raffzahn-Verleihung“ beim Bildungsgipfel in Dresden, zwei Buch-Gutscheine im Wert von 20 Euro bei „buch.de“ sowie drei fairwork-Ratgeber „Vom Praktikum zum Job“.
Wir freuen uns auf Eure Unterstützung um die Situation von Praktikanten und Berufseinsteigern in Deutschland endlich nachhaltig verbessern zu können!
Euer fairwork-Vorstand und das DGB-Jugend-Team
www.dgb-jugend.de