‘ Wirtschaft ’ Kategorie-Archiv

Deutsche Bahn mahnt netzpolitik ab

Februar 03, 09 von chris-b

Das Politik-Blog netzpolitik.org wurde heute von der deutschen Bahn abgemahnt, nachdem sie ein Memo des Berliner Landesdatenschutzbeauftragten zur Rasterfahndung von über 173.000 MItarbeiterInnen veröffentlicht haben.

Den Text der Abmahnung gibt es im Artikel zu selbiger.

Da ich nicht auch eine Abmahnung riskieren möchte, lade ich das wirklich lesenswerte Memo hier jetzt nicht hoch und verweise stattdessen auf die entsprechende wikileaks-Seite. :)

Angst als Herrschaftsinstrument

Dezember 28, 08 von chris-b

„Die wichtigste Aufgabe von Führungskräften ist, eine Umgebung zu schaffen, in der die Mitarbeiter leidenschaftlich entschlossen sind, auf dem Markt erfolgreich zu sein.

Furcht spielt eine große Rolle, diese Leidenschaft zu entwickeln und zu bewahren. Angst vor dem Wettbewerb, Angst vor einem Bankrott, Angst einen Fehler zu machen, und Angst zu verlieren können starke Motivationskräfte sein“.

Andrew Grove, Mitbegründer und ehemaliger Präsident von Intel, „Nur die Paranoiden überleben

Telekom: Standortkahlschlag zumindest abgeschwächt

November 28, 08 von chris-b

In der letzten Nacht sprach der Einigungsstellenvorsitzende seinen Spruch zum Standort-Kahlschlag der Telekom.

Es werden neun Standorte zusätzlich behalten womit in Zukunft bundesweit 33 statt der vom Vorstand geplanten 24 Standorte bestehen.

Mainz ist auch dabei und das ist ein Grund um heute Abend zu Feiern. Nach zahlreichen Aktionen und stundenlangem stehen in der Kälte, bleibt der Arbeitsplatz und Ausbildungsstandort für 230 Mitarbeiterinnen und 30 Auszubildenden erhalten.

Nichts vergessen sollte man bei all dem Jubel aber, dass trotzdem 30 Standorte geschlossen werden und immer noch einige Menschen betroffen sind. Genaue Zahlen habe ich jetzt aber noch nicht.

Betriebsratswahl bei LIDL auf der Reeperbahn erfolgreich abgeschlossen

November 26, 08 von chris-b

In dieser Woche wurde in der zweiten von ca. 3000 LIDL-Filialen in Deutschland endlich ein Betriebsrat gegründet.

Nachdem LIDL seit Jahren seine MitarbeiterInnen ausbeutet und Betriebsratswahlen erfolgreich verhindert hat, ist es mit tatkräftiger Unterstützung von ver.di und der seit zwei Jahren laufenden Kampagne endlich gelungen eine Interessenvertretung zu installieren.

Bei Streik TV gibt es einen Bericht mit Hintergründen dazu.

Telekom bespitzelte Kinder von Aufsichtsräten

November 19, 08 von chris-b

Wie heise berichtet, zieht der Bespitzelungsskandal bei der Telekom immer weitere Kreise.

Unter den 55 beschnüffelten Personen befanden sich auch zwei Kinder von Aufsichtsräten, die ja nun wirklich nichts mit undichten Stellen im Konzern zu tun gehabt haben dürfen…

Abschiedsbrief von Hedge Fond Manager Andrew Lahde

Oktober 21, 08 von chris-b

Andrew Lahde war ein sehr erfolgreicher Hedge Fond Manager. Nun steigt er aus und schrieb einen Abschiedsbrief, der es in sich hat.

Sehr geehrter Anleger,

heute schreibe ich nicht, um zu prahlen. Das wäre völlig unangemessen, da so viele leiden. Ich will auch nicht weitere Vorhersagen abgeben. Die meisten meiner früheren Prognosen sind eingetroffen oder werden gerade Realität. Ich schreibe vielmehr, um mich zu verabschieden.

Im „Wall Street Journal“ wurde jüngst ein Hedge-Fonds-Manager, der gerade seinen 300 Mio. $ schweren Fonds auflöst, mit den Worten zitiert: „Was ich über das Hedge-Fonds-Geschäft gelernt habe? Dass ich es hasse.“ Das kann ich so unterschreiben.

Ich habe das Spiel wegen des Geldes mitgemacht. Die Low-Hanging Fruits – sprich: die Idioten, deren Eltern für Yale und den Harvard-MBA blechen – warteten nur darauf, gepflückt zu werden. Diese Leute waren (häufig) wirklich die Ausbildung nicht wert, die sie (angeblich) erhalten haben, aber sie stiegen trotzdem in Unternehmen wie AIG, Bear Stearns und Lehman Brothers sowie in alle Ebenen unserer Regierung auf. Dieses die Aristokratie stützende Verhalten machte es mir letztlich nur einfacher, Leute zu finden, die dumm genug waren, meine Verluste auszugleichen. Gott segne Amerika.

Ich habe viel zu vielen Menschen für meinen Erfolg zu danken, aber ich will auch nicht wie ein Hollywoodschauspieler bei einer Dankesrede klingen. Das Geld war mir Lohn genug. Außerdem wissen die zahllosen Leute, denen Dank gebührt, dass sie gemeint sind.

Ich werde kein Geld mehr für andere Leute oder Unternehmen verwalten. Ich habe genug damit zu tun, mich um mein eigenes Vermögen zu kümmern. Einige Leute meinen, meinen Nettowert annähernd ausgerechnet zu haben, und wundern sich vielleicht, dass ich mit einer so verhältnismäßig kleinen Kriegskasse aussteige. Aber das ist in Ordnung, ich bin zufrieden mit dem, was ich bekommen habe.

Sollen doch andere ein neun-, zehn- oder elfstelliges Vermögen anhäufen. Aber bis dahin ist ihr Leben nichts wert. Ein Termin nach dem anderen, immer drei Monate im Voraus ausgebucht, im Januar zwei Wochen Urlaub, wo sie die ganze Zeit auf ihren Blackberry starren. Und wozu? In 50 Jahren sind sie doch ohnehin alle vergessen. Niemand wird sich an Steve Ballmer, Steven Cohen und Larry Ellison erinnern. Dieses ganze Getue, ein Vermächtnis zu hinterlassen, verstehe ich nicht. Fast jeder wird vergessen, also versucht doch gar nicht erst, euch unsterblich zu machen. Werft den Blackberry weg, und genießt das Leben!

Das war’s dann also, ich steige aus. Bitte erwarten Sie auf E-Mails oder Anrufe keine Reaktionen. (…) Ich habe kein Interesse an irgendwelchen Geschäften, für die mich andere gewinnen wollen. Zum Markt habe ich wirklich nicht viel zu sagen, außer dass es noch eine Weile, möglicherweise auf Jahre hinaus, schlimmer wird. Ich bin zufrieden, außen vor zu bleiben und abzuwarten. Auf diese Weise haben wir schließlich auch aus dem Subprime-Debakel Geld gemacht. Jetzt habe ich die Zeit zu genesen – von all dem Stress, den ich mir in den vergangenen zwei Jahren aufgebürdet habe wie schon in meinem ganzen Leben. Denn immer musste ich mit denen konkurrieren, deren Vorteile (sprich: reiche Eltern) ich nicht hatte. Möge das Leistungsprinzip Teil der neuen, unbedingt erforderlichen Regierungsform werden.

Was die US-Regierung anbelangt, hätte ich einen Vorschlag. Zunächst möchte ich auf die offensichtlichen Fehler aufmerksam machen: In den vergangenen acht Jahren wurden dem Kongress wiederholt Gesetzentwürfe vorgelegt, die den räuberischen Kreditvergabepraktiken der jetzt meist nicht mehr existenten Institute Einhalt geboten hätten. Diese Kreditinstitute haben mit schöner Regelmäßigkeit die Säckel beider Parteien gefüllt, und als Gegenleistung lehnten diese Gesetze ab, die den einfachen Bürger schützen sollten. Das ist ein Skandal, aber niemanden scheint es zu kümmern, oder niemand scheint auch nur darüber Bescheid zu wissen.

Seit Thomas Jefferson und Adam Smith hat es kaum einen würdigen Philosophen gegeben – oder zumindest keinen, der sich auf die Verbesserung unseres Regierungssystems konzentriert hätte. 200 Jahre lang hat der Kapitalismus funktioniert, doch die Zeiten ändern sich, und Systeme werden korrupt. George Soros, ein Mann von unermesslichem Reichtum, hat gesagt, er wolle als Philosoph in Erinnerung bleiben. Mein Vorschlag wäre, dass er ein Forum sponsert, in dem kluge Köpfe ein neues Regierungssystem ausarbeiten, das auch wirklich die Interessen des einfachen Mannes vertritt. Gleichzeitig sollten Anreize geschaffen werden, die so verlockend sind, dass auch die Besten und Gescheitesten bereit sind, eine Regierungsfunktion zu übernehmen, ohne dass sie mithilfe von Korruption ihre Interessen und ihren Lebensstil fördern müssten. (…) Ich glaube, es gibt eine Lösung, aber in jedem Fall ist das System derzeit eindeutig kaputt.

Nicht zuletzt möchte ich auf eine alternative Lebensmittel- und Energiequelle aufmerksam machen: Hanf. Man wird ihn in keiner Werbung von BP oder ADM erwähnt finden, aber Hanf wird seit mindestens 5000 Jahren zur Fertigung von Stoffen und Lebensmitteln genutzt und für so ziemlich alles, was aus Mineralölerzeugnissen hergestellt wird. Hanf ist nicht Marihuana und umgekehrt. Hanf ist die männliche Pflanze und wächst wie Unkraut. Die erste amerikanische Flagge wurde aus Hanffaser gefertigt, und unsere Verfassung wurde auf Papier gedruckt, das aus Hanf hergestellt worden war. Noch im Zweiten Weltkrieg bediente sich die US-Regierung seiner und erklärte es nach dem Sieg prompt für illegal.

Warum ist es in einer Zeit, in der immer und überall darüber gesprochen wird, in Sachen Energie unabhängiger zu werden, illegal, diese Pflanze in diesem Land anzubauen? Ach ja, da ist ja die weibliche Pflanze. Das Übel. Marihuana. Es macht high, bringt einen zum Lachen, verursacht keinen Kater. Im Gegensatz zu Alkohol führt es nicht zu Kneipenschlägereien oder verprügelten Ehefrauen. Warum also ist diese harmlose Pflanze illegal? Ist sie eine Einstiegsdroge? Nein, das wäre Alkohol, der in diesem Land so heftig beworben wird. Meiner Ansicht nach ist Hanf illegal, weil Amerikas Unternehmen, die den Kongress in der Hand haben, viel lieber süchtig machende Medikamente verkaufen, als das private Züchten einer Pflanze zu erlauben, das keinen Gewinn in die eigenen Kassen spült. Dieses Vorgehen ist lächerlich. Es hat dazu beigetragen, dass wir von Energiequellen im Ausland so abhängig sind. Andere Länder lachen sich über die Dummheit unserer Politik kaputt, vor allem Kanada und einige Nationen in Europa. In den US-Medien merkt man davon nichts, denn sie ignorieren das Thema. Bitte, Leute, hört auf zu reden und fangt an, darüber nachzudenken, wie wir wirklich Selbstversorger werden können.

Ich empfehle mich hiermit und wünsche viel Glück.

Mit freundlichen Grüßen

Andrew Lahde

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Gespräche zum Call-Center-Kahlschlag gescheitert

Oktober 21, 08 von chris-b

Nachdem die Telekom sich in den letzten Verhandlungsrunden keinen Millimeter bewegt hat, wurden die Verhandlungen für gescheitert erklärt.

Zuletzt hatte der Gesamtbetriebsrat der DTKS ein alternatives Konzept vorgelegt, welches die Standorte in allen politischen Gemeinden erhalten sollte. Dieses wies ebenso eine positive Bilanz auf wie die der Arbeitgeberin.

Es wird nun die Einigungsstelle angerufen über deren Besetzung momentan noch verhandelt wird.

Deine Daten gehören Dir! Hol sie Dir zurück!

Oktober 19, 08 von chris-b

Die Schwarzen Grünen haben eine Kampagne zum Thema Datenschutz gestartet.

Bei Datenschutz ist Bürgerrecht läuft jetzt die Aktion Deine Daten gehören Dir! Hol sie Dir zurück!.

Frei nach dem Motto der Kampagne gibt es dort vorgefertigte Musterbriefe und Adressen um bei ein Paar der größten Datenkraken den Auskunftsanspruch nach §34 BDSG einzufordern und zu erfahren, welche Daten dort über einen selbst gespeichert wurden.

Mach mit bei unserer Aktion, denn Deine Daten gehören Dir!

Fordere Deine gespeicherten Daten von Payback an!
Erkundige Dich, was amazon.de über Dich gespeichert hat!
Bestehe auf Dein Recht zu erfahren, ob Arvato Daten über Dich speichert und weitergibt!
Finde heraus, ob auch Du unter den 50 Millionen Adressen der Schober Information Group bist!
Frage bei der Telekom an, ob auch Du von den Datenpannen betroffen warst!

via

GEMA kassiert auch für Nicht-Mitglieder

Oktober 19, 08 von chris-b

Die Content-Mafia hat mal wieder zugeschlagen.

Der AStA der Philipps-Universität Marburg soll für ein im Rahmen seines OpenMusicContests auf einem Sampler veröffentlichten Tracks GEMA-Gebühren bezahlen.

Mit dem OpeMusicContest möchte der AStA Marburg auf die geänderten Anforderungen an das Urheberrecht im Infomationszeitalter aufmerksam machen. Er verweist mit dem Wettbewerb auf wegweisende Bewegungen wie Creative Commons und Open Access, für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Der OMC begann als zunächst einmaliges Experiment zur Information der Marburger Studierenden, wird aber inzwischen von einer Vielzahl an Kooperationspartnern auf Bundesebene mitgetragen und gilt heute als eines der größten Creative Commons Events auf dieser Seite des Internets.

Alle KünstlerInnen haben vorher einen Wisch unterschrieben, mit dem sie versichert haben nicht GEMA-Mitglied zu sein. Die Tracks stehen unter CC-Lizenz und sind damit frei.

Meik Michalke, Initiator des OMC meint:“Es ist nicht auszuschließen, dass die GEMA auch in anderen Fällen Geld für Werke eingezogen hat, für die sie gar nicht zuständig ist.“

Das ist doch mal wieder so typisch… Wenn das Finanzsystem vor die Hunde geht muss halt geschaut werden, wo man sonst Geld her bekommt.

Schuldenstand der USA nicht mehr darstellbar

Oktober 09, 08 von chris-b

Das Display in New York, welches die US-amerikanischen Staats-Schulden anzeigt, ist an seine Grenzen angelangt.
Es sind einfach nicht genug Zeichen vorhanden, um den aktuellen Schuldenstand anzuzeigen.
Die haben sich jetzt erstmal damit beholfen, dass Dollar-Symbol nicht mehr digital anzuzeigen und an dessen Stellen noch eine Ziffer zu packen. Das Symbol wird jetzt anscheinend als Aufkleber realisiert.

The digital counter near New York’s Times Square that tracks the U.S. government’s debt has run out of space to display the current total which has now surpassed the $10 trillion mark.

Das wird immer besser mit dem Scheitern des Kapitalismus. Es ist schön, mit wieviel Liebe zum Detail das Happy-End dargestellt wird :-D