Viele kennen das Problem. Mensch hat eine umfangreiche digitale Musiksammlung. Wenn man diese im Zufallsmodus abspielt, kommt vor vor lauter nachregeln der Lautstärke gar nicht mehr zum Musikhören.
Alle CDs werden in anderen Lautstärken aufgenommen, je nach Studio und Produzent.
Zum Anpassen der Lautstärke hat sich ein Programm namens MP3Gain etabliert. Diesem Programm gibt man als Parameter die gewünschte Lautstärke in Dezibel an und das Programm ändert dann die gesamte Datei auf diesen Durchschnittswert. Dieses Verfahren nennt sich „gainen“.
Viele Brennprogramme bieten hierfür eine Funktion namens „normalisieren“ an. Dieses ist aber nicht zu empfehlen, da hier nur die Spitzenwerte der Datei auf die gewünschte Lautstärke gekürzt werden. Dynamik im Lied selbst geht so natürlich verloren und das „Normalisieren“ ist auch nicht mehr rückgängig zu machen.
Das „Gainen“ ändert wie gesagt, die gesamte Datei und erhält somit die Dynamik. Es steht also fest, wir wollen gainen
Unter Windows gibt es für MP3Gain eine hässliche aber komfortable GUI. Unter Linux gab es bisher nur die Konsole oder eher schlechte GUIs. Hiermit ist jetzt Schluss
easyMP3Gain ist eine GUI, welche momentan für Gnome gedacht ist, also auf Gtk aufsetzt. In Zukunft soll aber auch Support für QT (KDE) und Carbon (OS-X) hinzukommen.
Momentan stehen sowohl die Sourcen als auch fertige deb-Pakete zur Verfügung.
Also… deb runterladen und dann mit einem beherzten „sudo dpkg -i easymp3gain_0.3.0_gtk2_i386.deb“ in der Konsole installieren. Anschließend findet sich im Gnome-Menü unter Unterhaltungsmedien der entsprechende Eintrag um das Tool zu starten.
Wenn das Tool gestartet ist, kann Mensch per Drag & Drop oder den entsprechenden Dialog die MP3s hinzufügen, die angeglichen werden sollen.
Oben rechts gibt man dann die gewünschte Lautstärke an. Ein wert von 98db ist hier vorgegeben, da dieser wohl mal von irgendwelchen Tontechnikern als angenehm ermittelt wurde. Mensch kann natürlich auch einen anderen Wert nehmen. Für einige portable Player hat sich wohl ein Wert von 92db als praktisch erwiesen, da diese in der Regel etwas leiser sind.
Als nächstes drückt man den Analyze-Button (die Lupe) und die Dateien werden auf Ihre Lautstärke und Clipping untersucht. Clipping sind Geräusche im Lied, die von vielen Menschen als Kratzgeräusch oder Klirren wahrgenommen werden. Dies sollte man also vermeiden. Bei 89db tritt dies relativ selten auf.
Sind die Dateien analysiert, kann man mit dem Gainen Beginnen. Hier gilt es noch, das passende Verfahren auszuwählen. Beim Track-Gain werden einfach alle Dateien auf die selbe Lautstärke gebracht. Dies bietet sich an, wenn man viele einzelne Lieder in einem Ordner hat.
Wenn Mensch seine Musiksammlung ordentlich nach Artists und Alben sortiert hat, sollte man den Album-Gain nehmen. Beim Album-Gain wird nicht jeder Track einzeln betrachtet sondern alle Tracks, die man geladen hat. MP3Gain sieht diese Tracks dann quasi als einen ganzen Track und passt die Durchschnittslautstärke des Albums auf den gewünschten Wert an. Hierdurch bleiben bewusst eingebaute Lautstärkeunterschiede zwischen einzelnen Tracks innerhalb eines Albums erhalten (z.B. leiseres Intro und anschließend ein dröhnender Beat).
Wenn Mensch sich für den Album-Gain entschieden hat, sollte man darauf achten, dass man jedes Album einzeln gained. Ist zwar etwas Arbeit aber es lohnt sich.
Das Ausmaß der Anpassung wird auch in einem Tag im File selbst abgelegt. MP3Gain „weiß“ dann später noch, inwieweit das File angepasst wurde und kann somit auch eine Anpassung wieder rückgängig machen.
Und nun viel Spaß beim Musik hören