Das Projekt Piratenpartei ist gekentert
Januar 25, 10 von chris-bAn Vorstand Rheinland-Pfalz, z.K. an Bundesvorstand
Liebe Piratenpartei,
das mit uns beiden begann als abenteuerliches Projekt.
Ich war aktiver Gewerkschafter, Pazifist, antiautoritär, stellte Menschen und Individualismus über alles und würde mich daher als sehr links bezeichnen.
Du warst dieses Phänomen, von dem ich schon Jahre vorher im Internet las und die Entwicklung, die Du genommen hast, mit Spannung verfolgte. Du standest für Bürger_innen-Rechte, freies Wissen und viele andere Dinge, die fest in meinem Grundwesen als Mensch verankert sind.
Irgendwann hast Du dich entschieden auch mal in Deutschland vorbei zu schauen. Immer wenn Du bei einer Landtagswahl antratst, freute ich mich über die immer besser werdenden Ergebnisse. Ich wollte Dich selbst auf meinem Stimmzettel ankreuzen und wartete nur auf die erste Gelegenheit.
Einen Tag vor der Europawahl entschied ich mich dann endlich, ein Teil von Dir sein zu wollen.
Seit diesem Augenblick haben wir ein sehr kompliziertes Verhältnis zueinander.
Zuerst musste ich feststellen, dass ich Dich teilen muss. Du gabst Menschen einen Platz in deinem Leben, die Ansichten vertreten, die nicht meine sind.
Dies fing bei inhaltlicher Nähe zur FDP und neoliberalen Ansichten an und ging bis zu den Affären mit Bodo Thiesen und Steffan „Aaron“ König.
Immer wieder habe ich gedacht, Du hast noch Chancen verdient. Ich ging davon aus, dass das alles Einzelmeinungen sind und nicht Deiner Meinung entsprechen. Ich habe Dich vor Kritiker_innen verteidigt und musste mir oft anhören ich wäre naiv.
In letzter Zeit kamen mir aber immer wieder Zweifel, ob wir beide wirklich so gut zusammen passen. Ich fühlte mich in deiner Nähe immer öfter unbehaglich und begann darüber nachzudenken, woran das liegen könnte.
Zu aller erst ist da die Sache mit dem Feminismus. Wieso müssen wir so ein Männerverein sein? Ich weiß genau, wir haben Mitglieder, welche Frauen sind. Wieso können wir sie nicht als solche Bezeichnen? „Liebe Piratin“ hört sich doch sympatisch an. Dass das Wort „Pirat“ angeblich geschlechtsneutral ist, ist ja schön und gut. Es birgt aber doch ein enormes Ausgrenzungspotential. Wieso ist immer nur die Rede von „Bürgern“, „Politkern“, „Polizisten“ etc.? Der Kampf für Gleichheit sieht nach meinem Selbstverständnis anders aus. Wenn wir gemeinsam antreten um etwas zu verändern, hätten wir hier doch prima anfangen können.
Als nächstes kommt da die Sache mit dem Schubladendenken bzw. der Nichtanwendung von selbigem. „Wir sind nicht links oder rechts, wo wir sind ist vorne!“. Diesen oder ähnliche Sätze höre ich nur all zu häufig. Ich will aber nicht vorne sein!
Auf der linken Seite steht der Kampf gegen den Kapitalismus, gegen die Diktatur des Kapitals. Die Auswirkungen des Kapitalismus können wir in der Geschichte der letzten 150 Jahre nur all zu gut beobachten. Er hat zunächst die Sklaverei, und damit verbunden ein Überlegenheitsgefühl bestimmter Gesellschaftsschichten und Kulturkreise hervorgebracht. Er führte dazu, dass in Ländern Kriege geführt werden um den Industrienationen die Rohstoffzufuhr für die nächsten Jahre zu sichern. Er führte dazu, dass Menschen nur noch als Sachkosten betrachtet werden und diktiert ihnen durch Lohnabhängigkeit, wie sie ihr Leben zu leben haben.
Ich will, dass Menschen selbst entscheiden, wie sie ihr Leben leben. Wenn ich sage, dass ich für Freiheit kämpfe, meine ich die Freiheiten des Individuums und nicht die der Märkte.
Anscheinend sind viele deiner Anhänger_innen der Meinung, wir müssten uns von allem, was auch nur im Entferntesten links eingeordnet werden könnte distanzieren. Linke, das sind immer „Chaoten“ und „Anarchisten“. Oder sie sind automatisch „Anhänger des SED-Regimes“.
Auf der rechten Seite steht der Neofaschismus. Dort finden sich Menschen, welche sich als „wertvoller“ als andere Menschen begreifen. Sie teilen die Weltbevölkerung in „Rassen“ ein und stufen einige von Ihnen als nicht Lebenswert herab. Sie verharmlosen die Verbrechen der NS-Diktatur, wünschen sich das dritte Reich zurück. Sie benutzen das Wort „Demokrat_in“ als Schimpfwort und stehen in eben jener Tradition, welche die Welt vor gar nicht all zu lange Zeit ins Verderben gestürzt und ihr den dunkelsten Fleck ihrer Geschichte verpasst hat.
Meiner Meinung nach ist diese verbrecherische und menschenverachtende Ideologie kein schützenswertes Grundrecht, da sie dem Menschsein an sich und der damit verbundenen Achtung seiner Würde konträr entgegen steht. Ich finde, ein Merkmal einer wehrhaften Demokratie und eine Pflicht aller Menschen ist es gerade, sich solchen Ideologien in den Weg zu stellen, ihnen keine Plattform zu geben. Nur zu äußern, dass wir evt. anderer Meinung sind reicht nicht aus und wird nicht verhindern, dass rechte Gruppierungen stärker werden.
Ein weiterer Punkt ist, dass wir uns gegen „Extremismus jeder Art“ stellen.
Als Extremismen sind in dem Köpfen der Menschen in erster Linie der Links- und Rechts-Extremismus, neuerdings auch der „Islamismus“, verankert. Durch die Bezeichnung „Extremismus“ verschwimmen die Unterschiede all dieser Strömungen. Die SED-Diktatur wird mit dem Hitler-Faschismus gleichgesetzt und auf diese Weise auf der einen Seite die NS-Verbrechen relativiert und auf der anderen Seite die Gefahren des Faschismus heruntergespielt.
Die Extremismus-Theorie geht davon aus, dass es eine demokratische Mitte gibt, und die Extremismen Randerscheinungen sind welche diese Mitte beseitigen wollen. Die Mitte wird schon nur gutes Tun und es gilt, diese auf Biegen und Brechen zu verteidigen.
Die Piratenpartei wurde gegründet, weil die Freiheiten der Menschen eben aus dieser Mitte heraus seit Jahren immer weiter eingeschränkt werden. Eine Antwort auf die Bestrebungen der Mitte, kann also nicht aus Ihr selbst entstehen. Wenn wir uns nun von Extremismen kategorisch distanzieren, ist das Konzept der Piratenpartei von vorne herein zum Scheitern verurteilt.
Die Extremismus-Theorie dient nur dem Machterhalt der herrschenden Klasse und wurde von eben dieser zu eben diesem Zweck aus der Taufe gehoben. Der Rechtsextremismus strebt die Beseitigung der Demokratie, der Sozialismus jedoch die Abschaffung des Kapitalismus an. Der Rechtsextremismus ist von seiner Idee her und den Zielen nach antidemokratisch. Der Sozialismus aber nur dann, wenn er missbraucht oder pervertiert wird. Die Distanzierung von jeglichem Extremismus schließt also folgerichtig jegliche demokratischen linken Bestrebungen ein und kann von daher keine Lösungen für die Missstände in der heutigen Gesellschaft liefern.
Ich bin nicht Pirat geworden, um die Panikmache vor „Islamismus“ und „linkem Terror“ mitzumachen. Ich bin Pirat geworden, weil ich Mensch bin und für die Freiheiten der Menschen eintreten wollte. Ich bin Pirat geworden, weil ich die Ziele der Partei gut finde und hoffte, dass ich mit viele Menschen auch die Beweggründe für diese Ziele teile.
Ich musste feststellen, dass Du dir oft widersprichst und zu oft dem widersprichst, für was ich als Pirat einstehen möchte. Es geht nicht nur um fundamentale Dinge sondern auch um viele Kleinigkeiten.
Steter Tropfen höhlt den Stein. Deshalb bekunde ich hiermit meinen Austritt. Vielleicht ist es eine Trennung auf Zeit, vielleicht ist sie für immer.
Ein Sprichwort sagt, „man sieht sich immer“ zwei mal im Leben. Vielleicht weißt Du bei unserer nächsten Begegnung ja, was Du bist und was Du mal werden möchtest. Momentan kann ich mir eine Beziehung auf Dauer mit Dir nicht vorstellen aber vielleicht wird das ja noch.
Bis dahin wünsche ich Dir viel Erfolg bei deiner Selbstfindung.
Mit solidarischen Grüßen
Christian Busch

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Killerkeks Sagt: 25.01.10 um 17:39
Sehr schöner Text. w0rd!
Pirat aus RLP Sagt: 25.01.10 um 18:24
Sorry, aber bist du sicher, dass die genannten Gründe keine Ausrede sind?
Es mag sein, dass die Piratenpartei dir als Linker nicht ausreicht, aber die Piratenpartei hatte nie und hat auch nicht den Anspruch links zu sein.
Im Gegenteil: Die Piratenpartei will sich auf die im Programm genannten Themen konzentrieren, da wir nur so die Möglichkeit sehen, diese wichtigen Forderungen in Zukunft durchzusetzen. Gleichzeitig glauben wir, dass diese Themen für Bürger aus dem *gesamten* traditionellen politischen Spektrum unterstützenswert sind, und dass eine Positionierung in diesem Spektrum uns in unserem gemeinsamen Streben nach Wahrung der Privatsphäre und Freiheit für Wissen und Kultur hinderlich sein würde.
Was konkret dein Verhältnis zur Piratenpartei angeht, so scheinst du die Blogposts von Aaron Koenig und oder die Bodo-Thiesen-Kampagne der taz gegen die Piratenpartei als relevanter einstufen als die Beschlusslage der Partei und die Aktivitäten selbiger.
Wir, die Piraten RLP, haben eine klare Position (wärst du auf dem letzten Parteitag gewesen, wüsstest du das auch) gegen Rechtsextremismus und zum Holocaust. Wir sind außerdem stets aktiv, wenn irgendwo in der Region Nazi-Aufmärsche sind.
Von dir allerdings hat man bislang leider wenig gehört. Du warst weder auf Parteitagen, noch auf der Mailingliste, hast weder beim organisatorischen Aufbau der Partei mitgeholfen, noch inhaltliche Arbeit geleistet. Dies soll kein Vorwurf sein, schließlich brauchen wir jedes – auch inaktive – Mitglied. Schließlich brauchen wir auch die, die keine Zeit haben noch mehr zu tun, noch mehr in die Partei zu stecken.
Allerdings kann man sich doch nicht beschweren, dass sich nichts tut oder dass sich keine bestimmte Meinung durchsetzt, dass die Partei keine schärfere Position zu etwas hat, wenn man selbst wenig oder nichts dazu beisteuert. Hier im Blog aktiv sein, reicht leider nicht. Die Politik findet auf demokratischem Weg in den Gremien statt. Diskussionen in den dazu angebrachten Medien.
Dort warst du nicht aktiv, dort hast du nichts versucht, dort hast du keine Anträge eingereicht oder Debatten angestoßen. Den Anspruch, den du an die Partei hast, hast du an dich selbst nicht.
Und trotzdem, gehst du mit dieser Begründung? Das ist für mich nicht nachvollziehbar.
Saskia Sagt: 25.01.10 um 18:41
Schreibweise ist toll Chris.. kreativ.. ^^
Pirat aus RLP Sagt: 25.01.10 um 18:51
Nachtrag:
Was mir wirklich auffällt: Insgesamt scheint mir dein Bild der Partei *sehr* von den Medien und dem was du so im Netz gelesen hast, geprägt zu sein. Du schlussfolgerst daraus eine Partei, die so gar nicht existiert.
Dabei hättest du als Mitglied doch jede Chance, dir ein eigenes Bild zu machen. Bei den Treffen, insbesondere den Parteitagen – da wird diskutiert. Da werden Positionen gemacht. Da wird die Richtung festgelegt. Da wäre auch deine Chance, andere von deiner Position zu überzeugen (Beispiel: Feminismus-Frage). Nicht, dass ich deine Position teile, aber das wäre doch das Mindeste eigentlich.
Eine Partei zu verlassen, weil manche Medien mit ihren „News“ (das Wort News sollte einem eigentlich schon die Augen öffnen) sie in eine Ecke zu stellen versuchen, ist mMn Quatsch. Schlimmer noch: Eigentlich hast du dich beeinflussen und manipulieren lassen und dich jetzt sogar zum Austritt bewegen lassen.
Gutes Beispiel ist auch die von dir genannte angebliche Gegen-alle-Extremismen-Position, die es so gar nicht gibt. Nicht dass ich andere Extremismen gutheißen würden, aber hier würde ich gerne verstehen, auf was du dich beziehst. Auf die Beschlusslage der Partei jedenfalls nicht.
Auch wenn ich dir eigentlich erklären will, dass dein Bild der Partei gar nicht mit der Realität übereinstimmt bzw. dich mal dazu anregen möchte, ebendies selbst zu überprüfen und dich nicht auf das Hörensagen zu verlassen, möchte ich dir in einem Punkt, dem Grundrechteschutz vehement widersprechen.
Du schreibst: „Meiner Meinung nach ist diese verbrecherische und menschenverachtende Ideologie kein schützenswertes Grundrecht, da sie dem Menschsein an sich und der damit verbundenen Achtung seiner Würde konträr entgegen steht. “
Natürlich ist die Ideologie kein Schützenswertes gut. Aber darum geht es nicht. Es geht um die Menschen. Nazis sind auch Menschen (auch wenn es manchem Antifaschisten scheinbar schwer fällt das zu akzeptieren) und haben damit volle Menschenrechte, die es zu achten gilt. Wo kommen wir denn hin, wenn wir nur noch diejenigen demonstrieren lassen – oder genereller – nur noch die Menschenrechte derjenigen schützen, deren Meinung wir gutheißen? Es geht nicht darum die Meinung zu tolerieren, aber es geht darum, zu respektieren, dass *jede* Meinung eine Meinung ist und wir in Deutschland zum großen Glück eine Meinungsfreiheit haben. Selbiges gilt für die Versammlungsfreiheit. Auch die Meinung von Nazis ist entgegen des omnipräsenten Spruchs kein Verbrechen, sondern eben eine Meinung. Die gilt es aus demokratischer Sicht selbstverständlich politisch zu bekämpfen, zu entkräften und einzudämmen. Aber dies kann nicht soweit führen, dass wir anfangen an Menschenrechten oder Grundrechten herumzudoktorn. Diese sind unabdingbar für unsere Gesellschaft.
Du schreibst: „Ich finde, ein Merkmal einer wehrhaften Demokratie und eine Pflicht aller Menschen ist es gerade, sich solchen Ideologien in den Weg zu stellen, ihnen keine Plattform zu geben. Nur zu äußern, dass wir evt. anderer Meinung sind reicht nicht aus und wird nicht verhindern, dass rechte Gruppierungen stärker werden.“
Das tun wir. Wir stehen gemäß Satzung und Programm totalitären und faschistischen und antidemokratischen Bestrebungen konsequent gegenüber. Deswegen gilt es dennoch, unser größtes Gut, die Menschenrechte, zu schützen.
chris-b Sagt: 25.01.10 um 19:16
Mir ist bewusst, dass die Piraten nicht als linke Partei angetreten ist.
Eben weil die Themen gerade ins linke Spektrum passen, bin ich Mitglied geworden. Ich finde die Themen gut. Ich finde die Erfolge, welche bisher erzielt werden beachtlich und bin durchaus noch Sympatisant der Partei. Mein Schreiben soll keine Kriegserklärung sein. Es ist für mich die logische Konsequenz aus meinen Gefühlen.
Mir ist durchaus bewusst, dass die Partei sich gegen Neofaschismus und Holocaust-Leugnung stellt. Ich habe auch dem Landesverband keine Vorwürfe zu machen. Ich behaupte weder, dass die Partei von Nazis durchsetzt ist, noch, dass sie derartige Entwicklungen anstrebt oder oder toleriert.
Ja, es stimmt, dass ich mich nicht beteiligt habe. Ich habe einen politischen Job und verbringe ca. 95% meiner Freizeit mit politischer Arbeit. Es war einfach keine Zeit mich einzubringen, so gerne ich es auch getan hätte.
Gerade die Tatsache dass ich kein Zeit für die Partei habe, hat mich zu meinem Austritt bewegt.
Ich empfinde es als heuchlerisch, eine Partei zu repräsentieren, deren Ansichten ich nur teilweise teile obwohl ich die Ziele höchst erstrebenswert finde. Wenn ich keine Zeit habe mich einzubringen, habe ich keine Möglichkeit etwas zu verändern.
Wie gesagt, war das nur eine Momentaufnahme. Ich werde die Entwicklungen beobachten und vielleicht passen wir ja irgendwann besser zusammen. Entweder durch Veränderungen in der Partei, oder welche auf meiner Seite.
Bis es soweit ist, wünsche ich Euch viel Erfolg bei den Landtagswahlen in NRW und bald in RLP. Wenn das Programm passt, steht auch einer Stimme von mir nichts im Wege. Ich werde weiterhin Stützunterschriften sammeln und für die Ziele werben.
Ich habe wie gesagt nur ein ungutes Gefühl, wenn ich unzufrieden bin aber nichts daran ändere. Seht es als eine Trennung in Freundschaft.
Boomel Sagt: 25.01.10 um 20:31
Reisende soll man nicht aufhalten, aber denk daran:
Spätestens wenn das Internet Öffnungszeiten verpasst bekommt hast du hoffentlich das zugehörige Plugin im Blog verbaut
Bei allen Problemen und Unterschieden, es ist alternativlos , die Selbstfindung darf die Weiterentwicklung nicht behindern.
Ciao und bis bald.
Greetz
Ben
Flexi Sagt: 26.01.10 um 10:33
Kann mich einigen hier nur anschließen.
Du hast grundsätzlich die Möglichkeit Dich zu entscheiden.
Entweder Du bestimmst mit, wohin sich die Partei bewegt
oder Du gehst und überläßt anderen dieses Feld.
Ich persönlich halte es für einen Fehler, die Segel zu streichen, wenn die Winde wehen…
Ansonsten machst Du es Dir m.E. zu einfach mit der Konzentration auf links und rechts.
„Nicht-links“ ist nicht rechts! Und umgekehrt… Es gibt 3 politische Achsen und nicht nur eine.
Zum Verständnis empfehle ich Dir das „Wertedreieck“:
http://www.baynado.de/blog/ueber-die-werteorientierung-der-piratenpartei
Alles Gute!
Wenn es Dir nur um „links“ geht, wirst Du sicherlich eine andere Partei finden,
wo Du Dich mehr zuhause fühlst. Aber ich wünsch Dir etwas anderes.
inkorrupt Sagt: 26.01.10 um 11:57
„DIe Welt wird von Dummen beherrscht, weil die Klugen immer nachgeben.“
Schade, dass Du gehst.
Ich kann Deine Argumente gut nachvollziehen, und hoffe dass die Piratenpartei eine Kurs- und Personalkorrektur vornimmt, damit auch Du Dich wieder mit ihr identifizieren kannst.
Auch mit nur einem Auge sieht pirat sich immer 2x im Leben.
gruuß!
inkorrupt
CptLPirate Sagt: 26.01.10 um 13:12
Lieber Christian bitte laß mich mit den Trollen nicht alleine.
Das was die Piraten von anderen Parteien unterscheidet ist, daß hier jeder, egal wie sachlich, anständig, gebildet oder emotional in aller Öffentlichkeit (Blogs, Mailinglisten, Foren und Wiki) mitdiskutieren darf, kann und soll. Das man bei der Lektüre mancher Kommentare dem Erbrechen nahe kommt, ist dabei ein akzeptables Problem.
Wenn die Piratenpartei, wie jede Partei, einen konservativen, liberalen und linken Flügel hat, dann möchte ich mit Leuten wie dir den „linken Flügel“ bilden. Je weniger Leute wie Du und Ich in dieser Partei sind um so eher wird sie im Kreis fliegen und abstürzen.
Politblogger » Parteiaustritt Sagt: 26.01.10 um 13:27
[…] nun bin ich auf einen (Ex-)Piraten aufmerksam geworden, der seinen Austritt aus der Partei öffentlich begründet hat: Zu allererst ist da die Sache mit dem Feminismus. Wieso müssen wir so ein Männerverein sein? […]
digimoral Sagt: 26.01.10 um 15:01
Hallo Christian,
wir kennen uns nicht, aber ich bin ebenso wie du sehr links eingestellt (und aktiver Pirat). Für mich hat keiner deiner aufgeführten Punkte Bestand, muss ich sagen. Bisher habe ich bis auf eine Ausnahme nur Piraten kennengelernt die ebenso links oder zumindest sozial sind. Für bürger_innen_liche Freiheiten standen sie jedoch allesamt ein, egal ob sie für ein bedingungsloses Grundeinkommen waren oder weniger entfernt von wirtschaftsliberal waren als ich.
Die Feminismusdebatte wurde uns doch von den Feministinnen angehängt, meine persönliche Meinung ist, dass man reale Gleichberechtigung schaffen soll – und nicht durch blöde Wortveränderungen kaschieren, dass die Führungspositionen weiterhin von Männern ermauschelt werden. Solange wir noch kein Neusprech haben können wir doch bitte an unserer Gebrauchssprache festhalten. Wir sagen schließlich nicht Frau Arzt oder Frau Richter, sondern verwenden die korrekte Bezeichnung, wenn wir mit einer Frau dieses Berufes sprechen.
Meine Gedanken sind gerade etwas wirr. Fazit: ich sehe die Probleme die du hast in meinem piratigen Umfeld überhaupt nicht. Darum ist es schade, dass du gehst, denn einen Drift zu Kapitalismusverehrern und vor-“Extremisten“-Angst-habern will ich bei uns Piraten nicht.
Viele Grüße, vielleicht sieht man sich ja mal ein erstes Mal.
Tweets die Das Projekt Piratenpartei ist gekentert | Freie Software, Politik und der Wahnsinn des Alltags… | chris-b online erwähnt -- Topsy.com Sagt: 26.01.10 um 16:14
[…] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Christian Soeder, danielbaer, dauni, Alexander Schestag, redblog und anderen erwähnt. redblog sagte: "Das Projekt Piratenpartei ist gekentert!" Ein begründeter Austritt aus der Piratenpartei. http://is.gd/73zxP #Piraten #Austritt […]
Günny Nordpiraten Sagt: 26.01.10 um 16:41
Hallo Chris,
es ist so, wenn man für eine gute Sache kämpft, meint man immer alle Anderen müssten doch auch sehen, dass es eine gute Sache ist. Dem ist aber nicht so, also muss man versuchen die anderen von seiner guten Sache zu überzeugen. Überzeugen kann man allerdings nicht,wenn man schmollt und alles hinschmeißt. Mir wird selbst manchmal übel wenn ich verschiedene Mails lese, die in letzter Zeit über die Listen gegangen sind. Aber das muss man ertragen, man nennt das „Freiheit ertragen“ Ich denke mir wer gehen will den soll man nicht halten, aber wer verändern will muss kämpfen und er muss vor allem lernen einzustecken.
Gruß Günny
rofllol Sagt: 26.01.10 um 18:04
ohman…hab schon lange nich mehr so nen schwachsinn gelesen XD danke! YMMD! XD
Torsten Sagt: 28.01.10 um 07:15
Jetzt hast du wieder mehr Zeit für deine Menschin.
Der Pirat Sagt: 28.01.10 um 23:17
„“““Das Projekt Piratenpartei ist gekentert“““““ ??????
Ich glaube eher, das Projekt „DKP 2.0″ ist gekentert – und das ist gut so !!!!!!!
Das Blögchen gegen virtuelle Unzumutbarkeiten! Sagt: 29.01.10 um 14:29
Piratenpartei ( – 1)…
An Politik interessierte Piraten treten dann doch lieber aus: Piratenpartei-Exodus-Counter: – 1 (chrisB86) Herzlichen Glückwunsch! Derweil suppt bei den Piraten Mietze Miriam erstmal ordentlich durch und etabliert die neue orangene Pseudoliberal……
Piratenpartei ( – 1) « Das Blögchen gegen virtuelle Unzumutbarkeiten! Sagt: 29.01.10 um 15:12
[…] – 1 (chrisB86) […]
♥cmmnsm Sagt: 29.01.10 um 15:34
Ein Demokratieidealist, der sich darüber beschwert, dass eine bürgerliche Partei gar nicht sein Ideal von Demokratie vertritt. Wie putzig. Aber ich vermute mal, es ist eine schöne Welt zum Leben, wenn man alles, was in dieser Welt Scheiße läuft dem Kapitalismus und einer Abweichung von seinem eigenen Demokratieideal zuschreiben kann, anstatt mal ernsthafte Ursachenforschung zu betreiben. Dann würde man nämlich feststellen, dass die Demokratie (auch in ihrer idealisierten Form) ein ziemlicher Haufen Mist ist und kann sich dementsprechend die Enttäuschung durch demokratische Parteien ersparen.
Und damit mir nicht vorgeworfen wird, ich würde hier nur rumpöbeln, ein kleiner Lesetipp zum Schluß:
http://www.junge-linke.de/staat_und_nation/die_demokratie_und_ihre_ideali.html
Ilseistmiesblondiert Sagt: 30.01.10 um 13:55
und keiner liest ihr blöggchen, denn es sind üble Bröckchen
Isi Sagt: 30.01.10 um 21:34
Meine Blögchen laufen super und meine Haare sind derzeit haselnußbraun. Die Kritiker zu unterschätzen und als lächerliche Trolle hinzustellen, ist eines der größten Defizite der Piraten – neben der Demokratiekonpetenz, neben Sexismus und rechtshörigem Pseudoliberalismus. Die Piratenpartei ist der übelste Kackmist, der nach der NPD aus dem Boden gestampft wurde.